Kategorie: ‘Essen’

Das Wiener Wadenschnitzel

Das Wiener Wadenschnitzel
Mittwoch, Februar 24th, 2010

Die Übersetzung von Fleischsorten bereitet immer wieder Probleme – das liegt daran, dass im Englischen das Fleisch meistens anders heißt als das Tier, von dem es stammt, also etwa das pig oder hog liefert das Fleisch pork. Beim Kalbfleisch verhält es sich folgendermaßen: Kalb heißt calf und meint das Junge von diversen Tieren, besonders von der Kuh, aber etwa auch vom Hirschen und vom Elefanten. Wird ein Junges (meistens von der Kuh) aber zum Verzehr aufgezogen (so hässlich das jetzt klingt), heißt es auf Englisch veal oder auch vealer. Und das Fleisch davon heißt veal. Wird also fälschlicherweise calf für Kalbfleisch verwendet, kommt erschwerend hinzu, dass bei der Rückübersetzung dann Wadenschnitzel rauskommen kann, weil calf im anatomischen Sinne Wade bedeutet. Hier sieht frau wieder mal sehr schön, wie viel Fehlerpotenzial ein einziges Wort bietet.

Gesehen von Susanne Lenhart in Wien. Zum Vergrößern wie immer klicken.

Der Rock’n’ Roll der Süßspeisen in Bratislava

Der Rock’n’ Roll der Süßspeisen in Bratislava
Samstag, Februar 20th, 2010

Das Problem bei der Übersetzung von Speisekarten ist, dass oft regionale Spezialitäten, für die es keine Entsprechung in anderen Sprachen gibt, so in die andere Sprache übertragen werden sollen, dass sie zumindest beim Gast Appetit dafür erwecken. Genau das ist bei “Kartoffelnteigplatschinke”, abgesehen von den lustigen fehlenden Buchstaben, nicht gelungen. Ein Palatschinken ist in meinem Verständnis was Süßes – wie passt das also mit Kartoffelteig zusammen? Das Ganze klingt also leider alles andere als appetitlich. Wer mutig ist, bestellt das Gericht trotzdem.

Der darüber stehende “Eingelegte Enzian” ist ein gutes Beispiel für den Zusammenhang von Sprache und Kultur. Ad hoc fragt sich die Besucherin, ob der Enzian nicht auch in der Slowakei unter Naturschutz steht. Nach Rücksprache mit einer Freundin stellt sich heraus, dass Enzian die Marke eines sehr bekannten Schimmelkäses ist, der auf eine bestimmte Art zubereitet wird, nämlich eingelegt. Hier gibt es also mitnichten illegalerweise seltene Blumen zu essen, sondern Käse (was zumindest im Englischen, aber nicht im Deutschen erklärt wird). In diesem Sinne: guten Appetit!

Herzlichen Dank für diesen Beitrag an Franziska Riedler, in deren Ohren erstere Übersetzung wie der “Rock ‘n’ Roll der Süßspeisen” klang.

Wo Güte gebacken wird

Wo Güte gebacken wird
Dienstag, November 24th, 2009

FJS hat diese schöne Verpackung von Reiskuchen aufgestöbert, auf der nicht unbescheiden behauptet wird: “We bake goodness”, also “Wir backen Güte”. Vermutlich war was anderes gemeint, etwa “Wir backen hervorragend”.

So oder so: Hoffentlich schmeckt’s!

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.

Apostrophitis in Istanbul

Apostrophitis in Istanbul
Donnerstag, November 5th, 2009

Hier wieder mal ein schöner Fall akuter Apostrophitis, gesehen von Franziska Riedler auf einer Speisekarte in Istanbul: Es gibt dort “Cold Starter’s”, “Hot Starter’s” – und natürlich auch “Dessert’s”.

Vermutlich ausgehend vom Genitiv-s im Englischen herrscht noch immer der Irrglaube, dass auch im Plural ein Apostroph gesetzt werden muss. Leider gilt nicht: Je öfter etwas falsch gemacht wird, desto richtiger wird es …

Zum Vergrößern bitte klicken.

In aller Munde: Heidelbeerdoping!

In aller Munde: Heidelbeerdoping!
Dienstag, November 3rd, 2009

Die Eiskarte eines österreichischen Autobahn-Restaurants preist “Heidelbeerdoping” an. Allerdings ist Doping auch in Österreich noch nicht legal. Andererseits ist es eben beinahe in aller Munde, ob Hobby- oder Profi-SportlerIn.

Gemeint wird wohl “Topping” sein – ein alles andere als nur feiner Unterschied :)

Vielen Dank für diese “Blüte” an Julia Oslansky.


Seite 1 von 512345»