Kategorie: ‘Essen’

Verrückter Sauger auf dem Teller

Verrückter Sauger auf dem Teller
Freitag, April 22nd, 2011

Zum Brüllen ist diese Speisekarte eines einfachen Fischrestaurants im Hafen von Coquimbo, Chile.  Die kulinarischen Höhenflüge halten sich hierzulande in Grenzen – und auch die in diesem Lokal konsumierte Meeresfrüchteplatte war alles andere als erbaulich.

Noch trauriger waren die Übersetzungen – hier ein paar Highlights:  “crazy suck”. Klingt lecker, was? Im spanischen Original heißt das Gericht “chupe de locos”. “Chupe” ist eine dicke Fischsuppe, aber das Verb “chupar” heißt eben blöderweise auch “to suck”. Und “loco” ist ein ziemlich übelschmeckendes Meerestier namens Seeohren, auch Meerohren oder Abalone genannt. Das Problem:  “Loco” gibt es auch als Adjektiv bzw. Substantiv und heißt eben “verrückt” bzw. “Verrückter”. Dadurch wird die Fischsuppe mit Meerohren zu einem “verrückten Sauger” (oder was weiß ich).

Und wie kommt “male to parmesan” zustande? Das Gericht heißt auf Spanisch “machas a la parmesana”, das ist eine Art Muschel mit Parmesan überbacken. Das ähnlich geschriebene Wort “macho” heißt “männliches Tier” und findet sich wohl deshalb als “male” in der “Übersetzung” wieder.

Wer da keinen Appetit kriegt …

Was in aller Welt ist Antler-Sauce?

Was in aller Welt ist Antler-Sauce?
Mittwoch, April 20th, 2011

Eine sehr “gelungene” Speisekarte hat Roland Keller aus Mojácar, Spanien, mitgebracht (vielen Dank dafür!). Hier seine Gedanken dazu:

Ich liebe 1/2 GEGGILLTE HANCHEN und bin froh, dass es keine geggillten Hündchen sind.
Auch SWINEFLEEISCH IN APFEL WEIN GEKOCHTES tönt sehr gut.
Hierbei sei die spanische Bezeichnung bemerkt “LOMO DE CERDO CON SALSA DE CHAMPINONES” (also Schweinslende mit Champignon-Sauce).
Was haben CHAMPINONES mit APFEL WEIN GEKOCHTES zu tun?
Das gleiche Gericht taucht weiter unten auch noch als
SCHWINEFLEISCH IN APFEL WEIN CIDER auf. Dürfen wir Deutschsprachigen keine CHAMPINONES essen?
Sehr lecker tönen auch 1/4 HAHCHEN GEGRILLT MIT ANTLER SAUCE.
Was um Himmels Gottes Willen ist eine ANLTER SAUCE?

Das Beste an dieser Speisekarte ist, dass sie wenigstens zum Schluss auf eine deutsche Übersetzung verzichtet haben :-)

Anmerkung: Um welche Sprache es sich bei der 4. Sprache handeln soll, konnte Roland trotz großer Bemühungen nicht herausfinden.

Eingangs einen Eingang verzehren

Eingangs einen Eingang verzehren
Sonntag, April 10th, 2011

Ein Klassiker der “Übelsetzung” im Sprachpaar Spanisch-Englisch, gesehen in einem Restaurant in Valparaíso, Chile. “Vorspeise” heißt auf Spanisch “entrada”, was blöderweise in der Rückübersetzung auch “Eingang”, also “entrance” heißt. Korrekt wäre “appetizer”, aber die sprachunkundige Reisende kann sich wohl anhand des Aufbaus der Speisekarten zusammenreimen, worum es sich handelt.

Süßspeise mit Bratensoße

Süßspeise mit Bratensoße
Dienstag, April 5th, 2011

Lustiges Mitbringsel aus Colonia, Uruguay: Auf der Speisekarte findet sich die in Lateinamerika recht bekannte Süßspeise “Isla Flotante”. Wörtlich übersetzt, ist es eine “schwimmende Insel” und ein Gebilde aus geschlagenem Eiweiß mit Zucker in einer leckeren Soße mit Vanillegeschmack.

Natürlich bietet es sich hier an, die Süßspeise nicht direkt zu übersetzen, sondern zu umschreiben. Das Ergebnis ist äußerst komisch (”beaten stiff”) und gegen Ende leider auch sehr unappetitlich. Denn wer will schon als Süßspeise “gravy”, also verdickte Bratensoße, essen?

Zum Vergrößern bitte klicken.

Saltde almond der Firma “Forgain”

Saltde almond der Firma “Forgain”
Sonntag, März 6th, 2011

Die Übersetzung von Firmennamen ist meistens etwas, von dem dringend abgeraten wird. Allerdings kann dieser Versuch gerechtfertigt sein, wenn zwischen unterschiedlichen Schriftsystemen übersetzt wird. Der chinesische Firmenname bedeutet in etwa “hilfreich zum Reichtum”. Im englischen Übersetzungsversuch wird daraus dann “Forgain”, durch die kreative Zusammenziehung von “for” und “gain”, was sich insgesamt mehr als holprig liest. Auch kleine Tippfehler rächen sich: So werden aus den an sich korrekten “salted almonds” für “gesalzene Mandeln” plötzlich “saltde almond” (Singular statt Plural sei hier nachgesehen). Die Pistazien sollten natürlich “pistachios” heißen.

Vielen Dank an FJS. Zum Vergrößern bitte auf das Foto klicken.


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