Das Problem bei der Übersetzung von Speisekarten ist, dass oft regionale Spezialitäten, für die es keine Entsprechung in anderen Sprachen gibt, so in die andere Sprache übertragen werden sollen, dass sie zumindest beim Gast Appetit dafür erwecken. Genau das ist bei “Kartoffelnteigplatschinke”, abgesehen von den lustigen fehlenden Buchstaben, nicht gelungen. Ein Palatschinken ist in meinem Verständnis was Süßes – wie passt das also mit Kartoffelteig zusammen? Das Ganze klingt also leider alles andere als appetitlich. Wer mutig ist, bestellt das Gericht trotzdem.
Der darüber stehende “Eingelegte Enzian” ist ein gutes Beispiel für den Zusammenhang von Sprache und Kultur. Ad hoc fragt sich die Besucherin, ob der Enzian nicht auch in der Slowakei unter Naturschutz steht. Nach Rücksprache mit einer Freundin stellt sich heraus, dass Enzian die Marke eines sehr bekannten Schimmelkäses ist, der auf eine bestimmte Art zubereitet wird, nämlich eingelegt. Hier gibt es also mitnichten illegalerweise seltene Blumen zu essen, sondern Käse (was zumindest im Englischen, aber nicht im Deutschen erklärt wird). In diesem Sinne: guten Appetit!
Herzlichen Dank für diesen Beitrag an Franziska Riedler, in deren Ohren erstere Übersetzung wie der “Rock ‘n’ Roll der Süßspeisen” klang.