Der feine Unterschied …

Der feine Unterschied …
10.07.2010 von Dagmar Jenner

… zwischen einer mittelmäßigen und einer richtig gelungenen Übersetzung zeigt sich hier am Beispiel des Tennisschläger-Herstellers Wilson. Auf meinem neuen Schläger (vielen lieben Dank an mein Schwesterherz!) prangt eine Information in mehreren Sprachen.  Der englische Text klingt so richtig gut: “Number 1 in Tennis. Wilson is the #1 name in tennis, because we design rackets that improve the way you play. For almost 100 years, our reputation for quality and innovation has been unmatched. Play Wilson. The right equipment does make a difference.”

Weniger überzeugend wird es im Deutschen, wo schon in der Überschrift der bestimmte Artikel fehlt: “Nummer 1 im Tennis”. Während im Englischen von knapp 100 Jahren die Rede ist, lesen wir bei den Übersetzungen von “mehr als” (anstatt “über”) 94 Jahren. Kommt zwar aufs Gleiche raus, ist aber ein wenig irritierend. “Wilson ist die erste Adresse” im Tennis klingt holprig, weil sich diese Formulierung in der Regel auf eine tatsächliche Adresse, also einen Laden o. Ä. bezieht.  “… unser Ansehen für Qualität und Innovation [ist] unvergleichlich” ist viel zu direkt übersetzt und nicht wirklich Deutsch. “Spiel Wilson” irritiert auch, weil die Leserin im ersten Satz gesiezt wird (wie in den meisten deutschsprachigen Werbetexten üblich). “Das richtige Equipment macht den Unterschied” überzeugt mich auch überhaupt nicht.

Schade, dass so eine große Firma übersetzungstechnisch nichts Besseres hinkriegt. Die echte Nummer 1 würde sich anders lesen. Aber immerhin ist der Schläger toll.

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Door open!

Door open!
08.07.2010 von Dagmar Jenner

Jérôme Bonzon hat dieses wunderbare Fundstück von einer Schifffahrt in Hamburg mitgebracht. Ein Hinweisschild auf Deutsch besagt “Tür öffnen”, was sicherlich kein Befehl im Sinne von “Öffnen Sie die Tür” ist, sondern ein Hinweis, dass die Tür so oder so zu öffnen ist. Etwa durch Drücken auf einen Knopf oder was weiß ich. Hier zeigt sich sehr schön, dass die direkte Übertragung in die Fremdsprachen nicht funktioniert: “door open” ergibt keinen Sinn und auch “porte ouvrir” nicht. Gemeint ist wohl “to open the door, XY” und “pour ouvrir la porte, XY”. Gerade Hinweisschilder mit komprimierter Information oder Handlungsanweisungen bergen sehr viel Fehlerpotenzial. Es ist allerdings nachvollziehbar, dass Sprachunkundige meinen, einfach die entsprechenden Wörter in Online-Wörterbüchern nachschlagen zu können und sich so die Übersetzerin sparen. Aus deren Sicht ist es auch schwer vorstellbar, dass anscheinend einfache Dinge so schiefgehen können.

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Begin to 2010

Begin to 2010
28.06.2010 von Dagmar Jenner

Äußerst rätselhaft präsentieren sich die offiziellen Fan-T-Shirts der koreanischen (südkoreanischen, wohlgemerkt) Nationalmannschaft. “Begin to 2010″? Keine Ahnung, was das heißen soll. 2010 starten wir durch? It all begins in 2010? Countdown to 2010? Sonstwas?

So oder so war im Achtelfinale gegen Uruguay Endstation, sprachliches Eigentor hin oder her. Den Spielern wird’s herzlich egal sein.

Vielen Dank auch diesmal an FJS und dessen ergiebigen Fundus!

A pet don’t carry in

A pet don’t carry in
25.06.2010 von Dagmar Jenner

Lustiges gibt’s auf der Hotelinformation des Muju-Resort in Korea zu lesen. Ganz oben: “the rooms of the mujuresort a pet don’t carry in”.

Wir raten mal ganz frei von der Leber, dass Haustiere hier nicht erlaubt sind, was uns das arme durchgestrichene Hündchen daneben eindrucksvoll bestätigt. Es leben Piktogramme!

Vielen Dank an FJS für dieses Fundstück.

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Release your heart free!

Release your heart free!
16.06.2010 von Dagmar Jenner

Der chinesische Autohersteller Haima baut vermutlich tolle Autos – nur die englischen Texte  können da noch nicht wirklich mithalten. Überzeugt euch selbst auf: http://www.haima.com/2006/english2007/Hatchback.asp

Besonders schön in diesem Ausschnitt (siehe Foto, zum Vergrößern bitte klicken):

The fuel consumption of this vehicle is only one fifth of equivalent-class vehicle, which is really a great temptation to you, expecting to thoroughly release your heart free.

Ich weiß nicht genau, was hier im Idealfall mit meinem Herzen passieren soll, aber sonderlich herzerfrischend ist die Lektüre nicht :)

Besten Dank hierfür an meine Kollegin Susanne Lenhart.


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