Aus Tierhaushalt mach animal budget!

Aus Tierhaushalt mach animal budget!
01.02.2010 von Dagmar Jenner

Als mir dieses Trauerspiel per Mail ausschließlich in der “englischen” Fassung geliefert wurde, verstand ich ehrlich gesagt Bahnhof. Erst, als ich den gesamten Text inklusive deutschem Ausgangstext sah, war mir klar, wie hier vorgegangen wurde:

Auf eBay verkauft jemand Bücher in gutem Zustand und weist darauf hin, dass es sich bei ihr oder ihm um einen NichtraucherInnen-Haushalt und um einen Haushalt ohne Tiere handelt.

Und als es dann darum ging, diese Zeilen ins Englische zu übersetzen, war die Vorgangsweise klar: Man nehme LEO, tippe die einzelnen Wörter der Zusammensetzung “Tierhaushalt” ins Suchfeld ein, nehme jeweils das erste Ergebnis – und fertig ist die Katastrophe! So wurde aus “Tierhaushalt” eben “animal budget”. Das Wort “budget” für “Haushalt” stimmt sehr wohl, allerdings nur in finanziellem Sinne. Ich kann es gar nicht oft genug predigen: Kontext, Kontext, Kontext!

Vielen Dank an Birgit Lehner.

Zum Vergrößern wie immer bitte auf das Foto klicken.

Die wohl schlechteste Dolmetschung der Welt

23.01.2010 von Dagmar Jenner

Normalerweise widmet sich diese Website schlechten Übersetzungen, also der schriftlichen Form. Bekanntlich ist Dolmetschen “die andere Seite der Medaille”, also die mündliche Übertragung von einer Sprache in die andere. Heute bekam ich über UNIVERSITAS Austria, Berufsverband für Dolmetschen und Übersetzen, diesen Link einer grandios schlechten Dolmetschung zugeschickt. Ich möchte euch das natürlich nicht vorenthalten.

Es geht um einen Preis, der posthum an Michael Jackson in der Semperoper in Dresden verliehen wurde. Seine Schwester La Toya nimmt ihn im Namen ihres Bruders entgegen und spricht ein paar einfache Sätze. Der Mann, der das dolmetschen musste (oder wollte?), hat ganz klar vom Dolmetschen keine Ahnung, was sicher auch denjenigen auffallen wird, die mit dieser Profession nichts am Hut haben. Er übersetzt immer nur ein paar Satzfetzen, sagt nie ganze Sätze, versteht gewisse Sachen völlig falsch. Eine richtige Blamage. Aber warum sollte sich die Semperoper auch Profis fürs Dolmetschen leisten? Wahrscheinlich war nach den Sicherheitskräften für La Toya Jackson kein Geld mehr übrig und man dachte sich: Herr XY kann eh Englisch! Nehmen wir den!

Vielen dank für ihren besucht!

Vielen dank für ihren besucht!
17.01.2010 von Dagmar Jenner

Erstaunlich, wie viele Fehler man mit etwas gutem Willen in einem Satz unterbringen kann! Dieses Foto hat mir dankenswerterweise Teresa Palka zur Verfügung gestellt. Sie hat es in Edinburgh aufgenommen.

Schon klar, dass die Verbform besucht und das Substantiv Besuch sehr ähnlich sind, was aber keineswegs heißt, dass sie austauschbar sind. Das Pronomen Ihren (Akkusativ der Höflichkeitsform) hat man schon immer großgeschrieben. Das Substantiv Dank natürlich auch.

Aber immerhin ist das Schild verständlich, was in der großen weiten Welt der Übelsetzungen schon mal ein Fortschritt ist.

Zum Vergrößern bitte aufs Foto klicken.

Aktuallisierung gefragt

Aktuallisierung gefragt
10.01.2010 von Dagmar Jenner

Die Rechtschreibkenntnisse der Zeitarbeitsfirma Powerserv sind so abenteuerlich, dass zu befürchten steht, dass sie auch bei anderen Tätigkeiten wenig Sorgfalt walten lässt. Gesucht wird in diesem Fall ein/e Datentypist/in, zu deren Aufgaben unter anderem die “Aktuallisierung von Daten” – jawoll, mit zwei l – gehört.  Ein weiteres Aufgabengebiet ist “Einholen von Auskünfte”.

Mir schwant, dass dort vielmehr dringend ein Rechtschreib-Profi benötigt wird …

Zum Vergrößern bitte klicken.

Vielen Dank an Tom Gruber für dieses Bild.

Die andere Seite des Übersetzens

Die andere Seite des Übersetzens
31.12.2009 von Dagmar Jenner

Zum Jahresabschluss kein Übersetzungsfehler, sondern mal eine völlig andere Seite des Übersetzens. Hier werden natürlich keine arbeitssuchenden Übersetzerinnen angesprochen, sondern die Möglichkeit angeboten, vom einen Donau-Ufer ins gegenüberliegende Orth an der Donau zu gelangen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen ein gutes “Übersetzen” ins neue Jahrzehnt!

Vielen herzlichen Dank für dieses geniale Foto an meine Kollegin Barbara Wolf!


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