Englisches Eigentor in Salzburg

Englisches Eigentor in Salzburg
21.05.2010 von Dagmar Jenner

Schlechte Übersetzungen sind in erster Linie peinlich. Besonders peinlich sind sie bei einer Einrichtung, die mit “native English speakers” wirbt – so wie bei diesem englischsprachigen Kindergarten in Salzburg namens “English Play Corner”. Der Flyer, der meiner Schwester in Salzburg in die Hand gedrückt wurde, enthält relativ wenig Text, dafür aber umso mehr richtig grausame Fehler. Hier wurde Wort für Wort aus dem Deutschen übersetzt – von Leuten, die weder Englisch noch übersetzen können bzw. nicht mal die Basics der englischen Grammatik beherrschen. Highlight: “through small number’s [sic] in each group, we are able to offer a high standard of individual care.” Das ist deutscher Stil, deutscher Satzbau, gespickt mit willkürlich ausgewählten englischen Vokabeln. Grauenhaft.

Bleibt nur zu hoffen, dass den armen Kleinen dann vor Ort etwas anderes als dieser Kauderwelsch beigebracht wird. Ansonsten sehe ich schon die nächste Generation von “Everybody can English”-SprecherInnen heranwachsen.

Planlosigkeit am Wiener Westbahnhof

Planlosigkeit am Wiener Westbahnhof
17.05.2010 von Dagmar Jenner

Wie ich an dieser Stelle (und im Berufsleben als Übersetzerin sehr häufig) gerne predige, ist ein verständlicher Ausgangstext eine wichtige Voraussetzung für eine gelungene Übersetzung. Denn: Wenn der Ausgangstext nicht verständlich ist, kann auch die Übersetzung nicht hinhauen. In diesem Fall hätte man den deutschen Text kaum komplizierter formulieren können. Es ist bestenfalls für Menschen mit ausgeprägten Ortskenntnissen verständlich; und die brauchen diese Information schließlich nicht.

Die Übersetzung trägt, wenig überraschend, nichts zur Erhellung bei. Ich hätte also als Mensch mit besonderen Bedürfnissen keine Ahnung, was ich tun soll und wohin ich mich begeben soll. Kann das der Sinn eines Informationsschildes sein?

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The My Pizza

The My Pizza
20.04.2010 von Dagmar Jenner

In dieser Pizzeria in Venedig bekommt man zur Pizza des Hauses gleich noch eine übersetzerische Glanzleistung gratis serviert. Noch beunruhigender als “the my pizza” ist jedoch die folgende “Maine Pizza”, obwohl hier keine Stringenz bei der “Übelsetzung” zu beobachten ist (das wäre “die meine Pizza”).

Vielen Dank auch für dieses Foto an Franziska Riedler.

Placing clocks before 1 hour

Placing clocks before 1 hour
19.04.2010 von Dagmar Jenner

Auch wenn dieses Hotel in München nicht in die klassische Falle getappt ist, “Sommerzeit” mit “summer time” zu übersetzen (korrekt ist ja bekanntlich “daylight saving(s) time”, wobei sich in UK anscheinend “summer time” auch in juristischen Texten durchgesetzt hat), hat es die inhaltliche Beschreibung dieses Vorgangs in sich: “… the clocks will be placed before by one hour”. Das ist für Nur-Englischsprachige recht kryptisch, da “place” meistens physisch gemeint ist, im Sinne von “platzieren”, “irgendwas irgendwo hinstellen”.  Richtig wäre “will be advanced by one hour” oder “adjusted forward one hour” oder so.

Wie dem auch sei: willkommen in der Sommerzeit!

Vielen Dank an Franziska Riedler für diese Einsendung.

Lieber mein Prinz

Lieber mein Prinz
11.04.2010 von Dagmar Jenner

Die Syntax kann wirklich ein schwieriges Unterfangen sein – oft besteht eine 50-50-Chance, sie richtig hinzubekommen. Hier wurde leider die falsche Möglichkeit gewählt. Anstatt dem richtigen “My dear prince/princess” prangt auf dieser Valentinstag-Verpackung (für den koreanischen “white day”) das unvergleichliche “Dear my prince/princess”.

Gesehen von FJS bei “Tous Les Jours”, einer großen Bäckerei- und Patisserie-Kette in Korea.

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